Übergang in die Krippe

Der Übergang aus der Familie in den neuen Lebensabschnitt stellt für die Kinder und deren Familie eine große Herausforderung dar.

Wir versuchen dem Kind mit der Eingewöhnung einen sanften Einstieg in die Kinderkrippe zu ermöglichen. Die Eingewöhnung erfolgt mit einer vertrauten familiären Person und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes und der Eltern. Während der gesamten Eingewöhnungszeit werden Mutter/ Vater und Kind kontinuierlich von einer Bezugserzieherin begleitet. Diese Bezugserzieherin versucht langsam und behutsam Kontakt zum Kind aufzunehmen und hat durch die Anwesenheit eines Elternteils die Möglichkeit viel über die Gewohnheiten und Bedürfnisse des Kindes zu erfahren. Dann werden behutsam Trennungsversuche unternommen. Die Eltern sollten während der ersten Trennungszeiten erreichbar sein und die Möglichkeit haben, ihr Kind innerhalb kürzester abholen zu können. Die Trennungszeit wird täglich gesteigert. Das Kind baut Vertrauen auf, dies ist wichtig, damit sich das Kind in der Einrichtung sicher und wohl fühlt.

Eine erfolgreiche Trennung kann nur gelingen, wenn die Eltern sich, ihrem Kind und auch dem Krippenpersonal vertrauen. Nur dann kann sich das Kind wohl fühlen und Signale geben, dass es für eine kurzzeitige Trennung bereit ist. Eine schrittweise Erhöhung dieser Trennungszeit wird zwischen dem Personal und den Eltern abgesprochen. Die Eingewöhnungsphase ist frühestens dann beendet, wenn das Kind eine stabile Beziehung zur Erzieherin aufgebaut hat, d. h. wenn es sich von der Erzieherin trösten lässt.

Die Eingewöhnung läuft in vier Phasen nach dem Berliner Modell ab:

Grundphase

Mutter/Vater kommen mit dem Kind zusammen in die Einrichtung, beide bleiben eine Stunde im Gruppenraum. Die Mutter/Vater sitzt etwas abseits, beobachtet ihr Kind, ist aber immer als sicherer Hafen für ihr Kind zur Verfügung. Die Erzieherin nähert sich langsam dem Kind an.

Erster Trennungsversuch (ab 4. Tag)

Mutter/Vater und Kind kommen gemeinsam in der Gruppe an. Sie verbringen ca. 45 Minuten gemeinsam in der Krippe. Die Mutter verabschiedet sich von ihrem Kind und verlässt die Gruppe für ca. 15 Minuten, bleibt aber in unmittelbarer Nähe. Im Anschluss daran wir das Kind mit nach Hause genommen.
Maximale Trennungszeit 15 Minuten.
Ziel ist, die vorläufige Entscheidung über die Dauer der Eingewöhnungsphase, je nach Wohlbefinden des Kindes.

Stabilisierungsphase (nach ca. 1 Woche)

Die Zeiträume ohne Mutter/Vater in der Gruppe werden vergrößert. Mutter/Vater bleibt aber immer noch in der Einrichtung.
Braucht das Kind länger, findet erst ab dem 7. Tag ein neuer Trennungsversuch statt. Erst wenn sich das Kind von der Erzieherin nach der Trennung trösten lässt, werden die Zeiträume ohne Mutter/Vater in den nachfolgenden Tagen allmählich vergrößert. Mutter/ Vater bleibt in der Einrichtung.

Schlussphase (nach 2 Wochen)

Mutter/Vater hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf, ist jedoch telefonisch erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zu Erzieherin noch nicht ausreicht, um dem Kind in herausfordernden Situationen emotionalen Rückhalt zu geben.

Übergang von der Krippe in die Kleinkindgruppe

Der Übertritt der Krippenkinder in die Kleinkindgruppe erfolgt im Alter von 2,1 Jahren (abhängig von der Entwicklung jedes einzelnen Kindes). In enger Zusammenarbeit mit dem Personal der Kleinkindgruppe werden die Kinder von uns sanft auf den Wechsel in die Kleinkindgruppe vorbereitet.
Vor dem Wechsel findet ein Übertrittsgespräch mit den Eltern (Gespräch über den derzeitigen Entwicklungsstand) statt. Die Kinder bekommen immer wieder die Möglichkeit, mit oder ohne Erzieherinnen aus der Krippe, kurze Zeiträume in der Kleinkindgruppe zu „schnuppern“. Am Tag ihres Wechsels in die Kleinkindgruppe wird das Kind von einer Erzieherin und einer kleinen Kindergruppe aus der Krippe abgeholt. In der Kleinkindgruppe wird das Kind im Morgenkreis begrüßt.